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Jusos Sinsheim

Überraschung: mal eben spontan zum Bundeskongress

Aus dem Parteileben

Eigentlich hatte ich mich auf ein ruhiges Wochenende eingestellt. Ausruhen, bisschen was für die Schule tun und die freie Zeit genießen. Da bekam ich am Dienstag Nachmittag eine Mail, ich sei zur ersten Ersatzdelegierten nachgerückt und solle doch am Wochenende mit nach Lübeck zum Juso-Bundeskongress fahren. Abfahrt: Donnerstag, später Abend, in Karlsruhe.
Mal eben alles mit der Schule geklärt, Glückwünsche vom Rektor, Lehrern und MitschülerInnen und auch von vielen Genossinnen und Genossen, die davon Wind bekommen hatten. Die Aufregung war groß, ich hatte doch keine Ahnung, was mich erwartet.
Nach mehreren harten Landesdelegiertenkonferenzen sollte es jetzt auf noch höhere Ebene gehen.
Was hatte ich zu erwarten?

In Lübeck, nach einer nächtlichen Busfahrt quer durch die Bundesrepublik, musste ich mich erstmal orientieren. Eine große Halle, viele Menschen. Wen kennt man? Wer ist aus unserer Delegation schon da, wen kennt man aus anderen Landesverbänden? Erst einmal Plätze sichern.
Dann zur richtigen Delegierten befördert werden.
Immer wieder waren Delegationsbesprechungen nötig und trotzdem war unser Landesverband teilweise etwas chaotisch, was vielleicht auch daran lag, dass sehr viele Delegierte kurzfristig nachgerückt waren und somit auch bei der Vorbesprechung nicht dabei waren.
Darüber, wie sinnvoll diese kleinen Besprechungen waren, möchte ich mich jetzt nicht unbedingt äußern, da jedem von uns die doch sehr unterschiedlichen Meinungen innerhalb der Jusos BaWü bekannt sein dürften.
Ansonsten das übliche Spiel, wie man es von LDKen kennt: Während teilweise zu langer Grußworte sortiert man Änderungsanträge. Mit dem kleinen Unterschied, dass man sich hier eben noch „wichtigere“ Leute anhört, die teilweise Interessantes häufig aber eben auch nicht zu sagen haben. Dazwischen immer mal wieder Antragsberatungen und Wahlen. Spätestens hier merkt man den Unterschied, da die Anträge doch ausgewählter und besser überarbeitet und durchdacht sind, als noch auf unteren Ebenen. Und dann; dann darf man sogar den Bundesvorsitzenden wählen!!
Man kann an dieser Stelle auch noch mal das Wörtchen „wählen“ hervorheben, denn man hatte ja tatsächlich sogar Auswahl, auch wenn diese Entscheidung für die meisten sicher keine schwere war, da beide Kandidaten sich klar positioniert hatten. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch an Sascha Vogt zur Wiederwahl!
Bei den Stellvertretern, die sich im Verlaufe des Kongresses bei uns vorgestellt hatten, war die Auswahl dagegen nicht so groß. Hier freue ich mich natürlich besonders, dass Bettina Schulze Baden-Württemberg wieder im Bundesvorstand vertritt.
Während den Antragsberatungen kamen immer wieder persönliche Erklärungen dazwischen, teilweise zum Thema, teilweise zu irgendeinem Anliegen. Diese sollten eigentlich nicht kommentiert werden, aber das hatten die meisten Delegierten wohl nicht mitbekommen.
Natürlich darf bei solch einem Juso-Wochenende die Party nicht fehlen. Auch wenn die Musikauswahl des Djs etwas eigen war, war die Stimmung doch gut und auch vorherige Meinungsverschiedenheiten und Streitereien schienen größtenteils vergessen und so stand sogar Freddy Striegler mit einigen Genossen in der durch ein Plakat gekennzeichneten „linken Schmuddelecke“, in der die Jusos ja jetzt noch eine Weile bleiben werden. Der Begriff der „linken Schmuddelecke“ entstand, wie alle mitbekommen haben dürften, durch die Diskussionen mit der Presse über die politische Ausrichtung des Juso-Bundesverbandes im Zusammenhang mit der Kandidatur Strieglers gegen Sascha Vogt, man könnte also fast sagen als er beim Plakat stand, "der Schöpfer bei seinem Werk".
Am Sonntag trafen dann nach und nach alle recht verschlafen wieder in der Halle ein, nur die vier Reihen vor uns blieben leer. Ein etwas seltsames Gefühl, doch musste Niedersachsen leider komplett abreisen. Nach Kongressende bedankte sich unser Landesvorsitzender Freddi Brütting bei den Delegierten aus Baden-Württemberg und lobte, dass unsere Delegation als große Ausnahme pluralistisch aufgetreten war, so wie unser Landesverband es ja auch ist. Es blieb bis zur Abfahrt sogar noch die Zeit sich den Lübecker Weihnachtsmarkt etwas anzusehen und am Stand der AWO einen Glühwein zu trinken. Danach ging es zurück Richtung BaWü, im Bus wurden Filme geschaut und am Abend war man wieder zurück in Mannheim.
Nach einer Nacht bei unserem ehemaligen Kreisvorsitzenden Kristof in Heidelberg, saß ich dann am nächsten Tag wieder in der Schule; aber um viele schöne Erfahrungen reicher!
Die Fahrt hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich bin froh, dass ich noch mit durfte. Trotzdem stelle ich mir die Frage, warum so viele Leute auf der LDK für den Bundeskongress kandidiert hatten, die dann nicht mitgefahren sind. Den Termin wusste man ja schon damals.

 
 

 

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